Evangelische Kirchengemeinde heißt ihren neuen Pfarrer willkommen

Baienfurt: (jgt): Jung, in Vorfreude, zupackend: Pfarrer Martin Schöberl, der neue evangelische Pfarrer in Baienfurt, beginnt eine neue Generation in der Leitung der Kirchengemeinde. In einem feierlichen und festlichen, musikalisch fröhlich gestalte-ten Gemeindegottesdienst wurde der evangelische Geistliche am Sonntag, 11. März 2018 in sein Amt eingesetzt. Die Bürgermeister von Baienfurt und Baindt, Günter A. Binder und Elmar Buemann, die Geistlichkeit der Katholischen Gemeinde, Vertreter sozialer Einrichtungen und der Vereine waren Zeugen dieser Einführung in das Amt und der Übernahme der neuen Würde und Verantwortung durch Martin Schöberl.
Der Dekan des Kirchenbezirks Ravensburg, Dr. Friedrich Langsam, der die Investitur vornahm, stellte seinen Gruß unter das Wort aus Johannes 12, Vers 24: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bringt es keine Frucht.“ Wer mag gerne sterben? Wir wollen leben. Das ist unser Ziel. Dieses Wort weist den Weg zum Leben und es ist ein Auftrag an die Gemeinde, ihren neuen Pfarrer in seinem Bemühen, in Christi Dienst zu bleiben und reiche Frucht zu bringen, zu unterstützen.
In Anwesenheit einer großen Gemeinde, des Kirchengemeinderates, der Eltern des neuen Pfarrers und von Freunden aus seiner bisherigen Gemeinde Balingen stellte sich Pfarrer Martin Schöberl kurz selbst vor: Aufgewachsen ist er in Kressbronn, nach dem Studium in Tübingen, einem ökumenischen Studienjahr in Jerusalem und in einem Auslands-Gemeindepraktikum in England legte er die theologische Prüfung ab. Seine Vikarszeit erlebte Schöberl in Zavelstein, der ehemals kleinsten Stadt Württembergs im Nordschwarzwald, weshalb er seine Ordination in der Dekanatsstadt Calw feierte. Von der Kirchenleitung wurde er danach auf eine Stelle als ‚unständiger‘ Pfarrer für 3 Jahre nach Balingen entsandt. Vor dort bewarb er sich auf die ausgeschriebene Pfarrstelle Baienfurt-Baindt.
Die Verpflichtung des neuen Pfarrers durch Dekan Langsam, seine Einsetzung und Segnung durch Hand auflegen wurde abgerundet durch den Chorgesang „Gott segne dich“. Die Investitur-Zeugin Gisela Rösel, Diakonissenschwester und Freundin der Familie, freute sich in Ihrem Wort an den ‚Freund Martin‘ über dessen Werdegang, den sie seit vielen Jahren begleite und über seine neue Verantwortung. Beate Thumm, Vorsitzende des Stadtkirchen-Gemeinderates in Balingen, Schöberls bisheriger Stelle, dankte für die intensive Arbeit dort mit Kindern und Jugendlichen und wünschte Gottes Segen in der neuen Gemeinde.
Seine Predigt hatte Martin Schöberl unter das Wort zum Sonntag Lätare aus Philipper 1 gestellt: Christus verkündigen ist unsere Aufgabe. Darum geht es in allererster Linie und dieser Auftrag ist der ganzen Gemeinde gegeben. Darin gilt es, sich gegenseitig zu unterstützen im Gebet und durch konkrete Hilfe. Das beginnt für den Prediger bei den Kindern: Jesus stellt diese oft in die Mitte. Sie leben im Hier und Jetzt und inspirieren uns Erwachsene, mit ihrer Art, die Welt vertrauensvoll zu erkunden. So sollten wir in Kirche und Kommune die Kinder in die Mitte unserer Bemühung stellen, um uns so für Menschen einzusetzen, die nicht für sich selbst sprechen können, am Beginn und auch gegen Ende des Lebens.
Pfarrerin Sonja Bredel sprach mit Konfirmanden und Kirchengemeinderäten das Fürbitten-Gebet. Nach einer lebhaften Aufführung des Gospelsongs ‚Oh happy day‘ durch den Chor und dem Segen folgte der Großteil der Gemeinde der Einladung des Kirchengemeinderates zum Empfang und Grußworten ins Evangelische Gemeindehaus.
Hier nahm Bürgermeister Binder die Gelegenheit wahr, in seiner fröhlichen Art und in launiger Ansprache den neuen evangelischen Pfarrer in die Mitte der Kommune zu nehmen. Er habe eine sehr gute Wahl getroffen, nach Baienfurt zu kommen und er selbst freue sich auf so manche Begegnung und eine gute Zusammenarbeit, wie er sie aus allen Jahren mit der evangelischen Kirchengemeinde kenne. Damit Schöberl den Ort in seinen vielfältigen Facetten gut kennen lernen könnte, hatte er als Geschenk den Bestseller ‚Das Baienfurter Buch‘ mitgebracht. Darüber hinaus schenkte er für die sportliche Note, die dem Radsportfan Binder am Herzen liegt, eine geführte Radtour nach Ostern, unter Leitung der Bürgermeister der beiden Orte, um danach in einer örtlichen Lokalität deren Spezialitäten genießen zu können.
Pfarrer Staudacher von der katholischen Seelsorgeeinheit Baienfurt-Baindt begrüßte den evangelischen Kollegen und betonte die große Aufgabe, miteinander im christlichen Sinne an den Seelen der Menschen zu arbeiten, ohne Ansehen der Konfession, im Respekt voreinander und als Ausdruck der Liebe zu Jesus Christus.
Pfarrer Günzler aus Weingarten grüßte von der ehemaligen Mutterkirche, die 1962 das Filial Baienfurt in die Selbstständigkeit entlassen hatte. Stolz darüber, wie groß die Tochtergemeinde inzwischen geworden ist, überreichte er eine duftende Delikatesse aus einem der bekannten Weingartner Lädele als kulinarischen Gruß, ein Sinnbild für die Sorge um das Wohlergehen von Leib und Seele.
Ein außerordentlich reichhaltiges Buffet aus den Küchen der Gemeindeglieder lud die Gäste zu Genuss und freundlichem Kennenlernen ein, bis weit in den Nachmittag. Pfarrer Martin Schöberl und seiner Frau Jacqueline mit den kleinen Töchtern Johanna (3) und Tabea (1) ist ein sehr herzlicher Empfang bereitet worden. Man sah es Ihren erwartungsvollen Gesichtern an während all der liebevollen Willkommensgrüße und bei der Überreichung der wohlbedachten Geschenke.
Jürgen Seils